Camera Obscura // 24

1.11. - 20.12

Mit der Ausstellung „Camera Obscura – After Turner & The 7th Day“ schlägt der Kulturraum Markt 1 in Bacharach ideell eine Brücke zwischen Landschaftsmalerei und experimenteller Fotografie, zwischen Raum und Zeit.
Ab Ende Oktober werden die Ergebnisse eines mit dem deutschen Jugendfotopreis ausgezeichneten Schülerprojektes präsentiert, das den Spuren William Turners im Oberen Mittelrheintal folgte. In Kooperation mit dem Stuttgarter Atelier P. & P. Zajfert und dessen Kunstprojekt „The 7th Day“ nimmt Markt 1 sich zudem selbst, die Insel Heyles'en Werth und weitere Bacharacher Ansichten in den Lochkamera-Fokus und stellt die Resultate in Markt 1 aus.


»Light is therefore colour. // Licht ist also Farbe.«

Joseph Mallord William Turner (1775–1851)

Camera Obscura – After Turner

Kunst aus Licht und Zeit. Eine einfache Filmdose mit lichtempfindlichem Material genügt schon. Mithilfe einer solchen Camera Obscura hielten Schülerinnen und Schüler des Wilhelm-Hofmann-­Gymnasiums an historischen Malstandorten des englischen Landschaftsmalers J. M. William Turner (1775–1851) ihre ganz eigenen Blickwinkel auf die Rheinlandschaft fest. So entstanden 2019 in knapp 14 Tagen Belichtungszeit auf den Spuren der Turner‘schen Rheinreise fotografische Zauberwerke nach der Urform der Fotografie. Das Projekt wurde geleitet von dem Künstler Jürgen Czwienk und der Kunsterzieherin Isabel Stahnecker.


www.turner-route.de
www.jugendfotopreis.de

»Darum ist die Landschaftsmalerei überhaupt mehr allegorischer als plastischer Natur: sie neigt sich zu den redenden, tönenden Künsten herüber, und wenn die Bildhauerei die Ewigkeit in einen Moment zusammendrängt, so stellt die Landschaftsmalerei sie symbolisch in einer Reihe, ich möchte sagen, in einer Folge von Raummomenten dar.«

Adam Müller (1779–1829), Philosoph und Staatstheoretiker, aus dem Traktat: „Etwas über Landschaftsmalerei“

The 7th Day ist ein Kunst- und Mitmachprojekt.

Es wurde 2012 von Przemek Zajfert ins Leben gerufen. Weltweit haben bis heute über 12.000 Menschen am Projekt teilgenommen und mit Hilfe der Camera Obscura (Lochkamera) ihr eigenes einzigartiges Bild erstellt. Das Projekt The 7th Day ist der weltweit ersten, nicht fixierten Fotografie von Joseph Niecéphore Niépce gewidmet. Im Jahre 1816 gelang es Niépce mit dem Experiment „Retina“ und einer einfachen Camera Obscura eine Fotografie zu erstellen. Ausgestattet mit einer Camera Obscura, nehmen sich die Teilnehmer des Projekts The 7th Day Zeit, um etwas zu erschaffen, das dem Zufall unterliegt. Am siebten Tag der Belichtungszeit entsteht beim Öffnen der Kamera ein magischer Moment, welchen auch Niépce im Mai 1816 verspürt haben muss. Man hält eine Fotografie in den Händen, bei dem Unbewegtes deutlich und Bewegtes nur flüchtig und undeutlich erkennbar ist.


»Die Zeit wird für jeden Teilnehmer unweigerlich zu einem greifbaren Element, geprägt durch Langsamkeit und Vergänglichkeit.«


Weitere Informationen zum Mitmachen unter:

https://the-7th-day.de